<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de"><generator uri="https://jekyllrb.com/" version="4.4.1">Jekyll</generator><link href="https://dominicgrzbielok.de/feed.xml" rel="self" type="application/atom+xml" /><link href="https://dominicgrzbielok.de/" rel="alternate" type="text/html" hreflang="de" /><updated>2026-10-19T15:08:05+00:00</updated><id>https://dominicgrzbielok.de/feed.xml</id><title type="html">Dominic Grzbielok</title><subtitle>Vorstellung &amp; Portfolio von Dominic Grzbielok: Produktmanagement, Lebenslauf und Filmkritiken.</subtitle><entry><title type="html">Starship Troopers: 100.000 Tote in einer Stunde</title><link href="https://dominicgrzbielok.de/starship-troopers-100-000-tote-in-einer-stunde/" rel="alternate" type="text/html" title="Starship Troopers: 100.000 Tote in einer Stunde" /><published>2022-01-14T11:08:13+00:00</published><updated>2022-01-14T11:08:13+00:00</updated><id>https://dominicgrzbielok.de/starship-troopers-100-000-tote-in-einer-stunde</id><content type="html" xml:base="https://dominicgrzbielok.de/starship-troopers-100-000-tote-in-einer-stunde/"><![CDATA[<p><em>Diese Filmkritik zu Starship Troopers erschien im Februar 1998 auf indonet.de. Für mein Archiv habe ich sie hier neu publiziert. Peinlich was, wie ich den Film nicht verstanden habe, oder?</em></p>

<p>Paul Verhoeven hat einen neuen Film gemacht. Eine Überraschung, denn sein letzter Streifen, Showgirls , war katastrophal - und zu Recht ein Flop. Eigentlich sollte er für das Vertrauen Hollywoods dankbar sein. Aber was macht er? Er dreht ein perfekt inszeniertes, faschistoides Spektakel der Hundert-Millionen-Dollar-Klasse. Was für den einen noch als Satire auf Kriegsfilme durchgehen mag, ist vielmehr ein Actionknaller, der dem Publikum faschistisches und totalitäres Gedankengut unterzujubeln versucht.</p>

<p>Die platte Story: Irgendwann im nächsten Jahrtausend. Die Erde besteht nur noch aus einem Staat, der Föderation. Alle sozialen Unterschiede - zwischen Völkern, Klassen und den Geschlechtern - sind beseitigt. Bis auf einen: Es gibt Zivilisten, und es gibt Soldaten. Nur die sind im Grunde wirklich Menschen, weil nur sie bereit sind, sich für ihr Volk aufzuopfern. Soldat zu werden, ist für die meisten Kinder dann auch ein Traum - der ihnen im interaktiven Fernsehen immer wieder präsentiert wird.</p>

<p>Viele der Highschool-Kids aus Buenos Aires gehen nach dem Schulabschluß zum Militär - selbst gegen den erklärten Willen der Eltern. Johnny Rico (Casper von Dien) ist der Star der Football-Mannschaft - und in Carmen Ibanez (Denise Richards) verliebt. Aber die liebt offenbar nur ihre Karriere. Denn sie will Pilotin werden. Anders hingegen Dizzy Flores (Dina Meyer). Um bei Johnny zu sein, läßt sie sich sogar in seine Militäreinheit versetzen. Aber er will von ihr nichts wissen.</p>

<p>Noch während der Grundausbildung der Schulkameraden tritt die Erde dann in den Krieg gegen die “Bugs”, abgrundtief böse (und auch häßliche) Insekten. Denn die schleudern mit Hilfe von Käferplasma todbringende Asteroiden gen Erde. Als Buenos Aires durch einen Angriff der Killerkometen dem Erdboden gleichgemacht wird, ist für die drei der Spaß vorbei - die Bugs müssen auf ihrem Heimatplaneten Klendathu ausgerottet werden. Und Johnny gehört zur mobilen Infanterie, der ersten Welle im Kampf gegen die blutgeilen Insekten.</p>

<p>Die Verluste im Kampf sind enorm - und werden auch noch gezeigt. Das Einzoomen auf zerfetzte Leichen scheint Verhoeven Spaß zu machen. Selbst Filme wie Rambo gehören im Vergleich mit diesem Machwerk ins Kinderprogramm. Während Johnnys Kameraden reihenweise niedergemetzelt werden, macht er rasant Karriere - dank seiner “natürlichen” Führungspersona und seines unermüdlichen Einsatzes im Kampf Mann gegen Bug.<br />
Was bleibt als Moral von der Geschicht’? Hoffentlich gibt niemand dem holländischen Regisseur auch nur einen weiteren Dollar für Filme mehr in die Hand. Denn wenn man den Anspruch hat, eine Satire zu machen, sollte man zumindest das Stilmittel der Ironie beherrschen. Auch die Versatzstücke aus Anti-Kriegsfilmen retten den Film nicht.</p>

<p>Selbst ganze Szenen scheinen aus Meisterwerken wie Full Metal Jacket geklaut zu sein. Dennoch - in diesem Film verlieren sie ihre ironische Brechung. Die gesichtslosen Nobodies, mit denen der Macher von Basic Instinct die Hauptrollen besetzt hat, stammen aus amerikanischen Soaps - und dort hätten sie auch bleiben sollen. Die nötige Naivität haben sie nämlich. Verhoeven sagt selbst, die Schauspieler hätten die Ironie des Films nicht verstanden. Kann er dann ernsthaft erwarten, daß das Publikum klüger ist?</p>]]></content><author><name></name></author><category term="filmkritik" /><category term="indonet" /><summary type="html"><![CDATA[Diese Filmkritik zu Starship Troopers erschien im Februar 1998 auf indonet.de. Für mein Archiv habe ich sie hier neu publiziert. Peinlich was, wie ich den Film nicht verstanden habe, oder?]]></summary></entry><entry><title type="html">Der Staatsfeind Nr. 1: Auf der Flucht</title><link href="https://dominicgrzbielok.de/der-staatsfeind-nr-1-auf-der-flucht/" rel="alternate" type="text/html" title="Der Staatsfeind Nr. 1: Auf der Flucht" /><published>2022-01-14T11:05:00+00:00</published><updated>2022-01-14T11:05:00+00:00</updated><id>https://dominicgrzbielok.de/der-staatsfeind-nr-1-auf-der-flucht</id><content type="html" xml:base="https://dominicgrzbielok.de/der-staatsfeind-nr-1-auf-der-flucht/"><![CDATA[<p><em>Diese Filmkritik zu Der Staatsfeind Nr. 1 erschien im Dezember 1998 auf indonet.de. Für mein Archiv habe ich sie hier neu publiziert. </em></p>

<p>Weltuntergangspropheten gab es zu allen Zeiten, im Mittelalter wie in unserem Jahrhundert. Kurz vor einer Jahrtausendwende erreicht die Endzeitstimmung einen Höhepunkt, Millenarismus heißt das Phänomen. Diese Atmosphäre nutzt Tony Scott in seinem neuen Actionthriller Der Staatsfeind Nr. 1.Diesmal geht die Welt digital zugrunde. Korrupte amerikanische Politiker wollen einen Überwachungsstaat errichten, in dem jeder Bürger jederzeit von Spionagesatelliten und Riesenlauschanlagen der National Security Agency (NSA) überwacht werden kann. Einer der Gegner des Gesetzesvorhabens kommt bei einem Herzanfall ums Leben. Doch der Herzanfall war in Wirklichkeit Mord, Auftraggeber der Chef der NSA (Jon Voight). Den Mord hat zufällig ein Tierforscher aufgenommen - während er das Brutverhalten von Enten studierte.</p>

<p>Die brisante Video-Diskette steckt er seinem Ex-College-Kollegen Robert Dean (Will Smith) zu. Der ist inzwischen erfolgreicher Anwalt. Doch damit ist es von einem Tag auf den anderen vorbei - die NSA verfolgt auch ihn, vermutet sie doch, daß er ebenfalls von dem Mord weiß. Er wird in der Kanzlei gefeuert, da seinen Chefs Informationen über unsaubere Praktiken zugespielt werden, die ihn mit der Mafia in Verbindung bringen. Seine Ehe zerbricht, da seiner Gattin kompromittierende Fotos zugesandt werden. Seine Kreditkarten werden gesperrt. Deans bürgerliche Existenz ist zerstört.</p>

<p>Sein Heil sucht er fortan in der Flucht. Doch darauf ist die NSA vorbereitet: Ein Netz von Überwachungskaneras durchzieht das Land, anhand ihrer Bilder bleiben die Häscher immer dicht dran. Hochauflösende Satellitenbilder machen Verfolgungsjagden zu einem Kinderspiel. Unweigerlich ist der Vergleich dieser Orwellschen Schreckenswelt mit der vollkontrollierten Welt Trumans. Derart perfekt sind die Überwachungsmechanismen, daß das Leben eines einzelnen Amerikaners, egal wessen, von den stets schnüffelnden Augen live übertragen werden könnte. Ein Netz von Spionagesatelliten ermöglicht stets den besten Blickwinkel. Unterstützt von Hubschraubern entgeht den Spähern nur wenig.</p>

<p>Hilflos stünde Dean dem Technospektakel gegenüber, wäre da nicht Abhörexperte Brill (Gene Hackman), der noch eine alte Rechnung mit der NSA zu begleichen hat. Gemeinsam bereiten sie der ausgefeilten Nachrichtentechnik so manches Ungemach…</p>

<p>Wie schnell aus einer funktionierenden Demokratie ein totalitärer Überwachungsstaat werden kann, führt Tony Scott mit erschreckender Leichtigkeit vor: ein korrupter Politiker an der Spitze eines technisch hochgerüsteten Nachrichtendienstes, der die nationale Sicherheit beschwört, um eigene Vergehen zu vertuschen. Und Essig ist es mit den Menschenrechten.</p>

<p>Ein wenig simpel bleibt daher die Lösung, die Scott anbietet: In diesem System gibt es genug integre Kämpfer für die Demokratie. Das System überdauert alle Angriffe. Männer wie Will Smith verteidigen es. Der nächste Großangriff auf die Grundrechte steht schon in den Startlöchern: In Ausnahmezustand tritt Bruce Willis als Armeegeneral Devereaux die Grundrechte mit Füßen. Wehe, die Guten sterben einmal aus…</p>]]></content><author><name></name></author><category term="filmkritik" /><category term="indonet" /><summary type="html"><![CDATA[Diese Filmkritik zu Der Staatsfeind Nr. 1 erschien im Dezember 1998 auf indonet.de. Für mein Archiv habe ich sie hier neu publiziert. ]]></summary></entry><entry><title type="html">Spiel auf Zeit: Was heißt hier “korrupt”?</title><link href="https://dominicgrzbielok.de/spiel-auf-zeit-was-heisst-hier-korrupt/" rel="alternate" type="text/html" title="Spiel auf Zeit: Was heißt hier “korrupt”?" /><published>2022-01-14T10:56:32+00:00</published><updated>2022-01-14T10:56:32+00:00</updated><id>https://dominicgrzbielok.de/spiel-auf-zeit-was-heisst-hier-korrupt</id><content type="html" xml:base="https://dominicgrzbielok.de/spiel-auf-zeit-was-heisst-hier-korrupt/"><![CDATA[<p><em>Diese Filmkritik zu Spiel auf Zeit erschien im Januar 1999 auf indonet.de. Für mein Archiv habe ich sie hier neu publiziert. </em></p>

<p>Nervig. Auf den Nenner lassen sich Handys wohl bringen. Wechselwähler nehmen Wechselschalen, mal in der Farbe ihres Lieblings-Clubs, mal in der neuen, schicken Herbstfarbe. Rick Santoro (Nicholas Cage) ist arrogant. Also ist sein Handy golden.Dieser “golden boy” ist außerdem ein korrupter Cop in Atlantic City, Casino-Hauptstadt der Ostküste, aber das ist hier eh die Regel. Gute Menschen gibt es hier nicht, die Götter kämen vergebens. Höchstens loyal oder nicht loyal, lokal skrupellos oder national skrupellos, mehr Nuancen gibt es nicht. Und gerade hier in Atlantic City kulminiert die Verschwörung von ein paar Falken, die unbedingt ein neues Waffensystem produzieren lassen wollen.</p>

<p>Doch ein Hindernis stellt sich ihnen in den Weg: der Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten. Der hat nämlich Bauchschmerzen mit dem Projekt, da er den Verdacht hat, an den Testergebnissen der neuen Wunderwaffe sei herumgedoktert worden. Ein arabischer Terrorist soll ihn aus dem Weg räumen.</p>

<p>Nicht von einem Schuldach, nein, in einer Halle mit 14 000 tobenden Zuschauern, die allesamt einen hochklassigen Box-Fight sehen wollen. Stattdessen werden sie zu Zeugen eines Mordes. Der Verteidigungsminister wird erlegt - zwei Schüsse reichen völlig.</p>

<p>Eine Massenpanik bricht aus, als der Sicherheitschef des Verteidigungsministers, Kevin Dunne (Gary Sinise), die Ausgänge der Halle absperren läßt, um die Personalien aller Anwesenden aufzunehmen. Denn die Verschwörer des arabischen Attentäters, den er kurz nach den tödlichen Schüssen selbst erledigt hat, müssen noch in der Halle sein.</p>

<p>Doch ein dunkler Schatten liegt auf seiner Weste: Hat er doch seinen Posten vor dem Verteidgungsminister aufgegeben und so dem Mörder erst freie Schußbahn ermöglicht. Doch Rick Santoro ist Dunnes Freund aus Schultagen. Er weiß Rat: “Du erzählst einfach das, was Du richtig gemacht hast, und den Rest läßt Du weg!”</p>

<p>Schon bald läuft die Ermittlung, die sie gemeinsam führen. Doch beim Videostudium der Bilder aus der Halle kommen dem korrupten Cop Zweifel an der Version seines Freundes.</p>

<p>Konnte Gary Sinise nicht einmal nicht der unauffällige Verdächtige sein? Das war er schon in Kopfgeld.<br />
Auf ein virtuoses Spiel mit Kameras hat sich Brian De Palma in seinem neuen Thriller eingelassen - und gewonnen. Doch das Spiel mit der Geschichte hat er verloren. Der Sturm, der während des Filmes in Atlantic City tobt, scheint einige Seiten des Drehbuchs verschlungen zu haben.</p>

<p>Bleibt die kraftvolle Anfangssequenz - wohl 15 Minuten ohne einen einzigen Schnitt. Eine Meisterleistung, auch schauspielerisch. Die wird vor allem von Nicholas Cage getragen, ist er doch beinahe ständig on-screen. Doch seine Vitalität und Präsenz wirken fast erschreckend, aufdringlich. Denn Rick Santoro ist kein leiser Mensch, der brav klopft - er rempelt an, schlägt eine Nase blutig, nur um im nächsten Augenblick seine Polizeimarke zu zücken.</p>

<p>Auch wenn er aufgesetzt wirkt: Wenn doch ein wenig von diesem Anfangsschwung auch im Rest des Films steckte…</p>]]></content><author><name></name></author><category term="filmkritik" /><category term="indonet" /><summary type="html"><![CDATA[Diese Filmkritik zu Spiel auf Zeit erschien im Januar 1999 auf indonet.de. Für mein Archiv habe ich sie hier neu publiziert. ]]></summary></entry><entry><title type="html">Der Soldat James Ryan: Der gute Mensch von Omaha Beach</title><link href="https://dominicgrzbielok.de/der-soldat-james-ryan-der-gute-mensch-von-omaha-beach/" rel="alternate" type="text/html" title="Der Soldat James Ryan: Der gute Mensch von Omaha Beach" /><published>2022-01-14T10:55:29+00:00</published><updated>2022-01-14T10:55:29+00:00</updated><id>https://dominicgrzbielok.de/der-soldat-james-ryan-der-gute-mensch-von-omaha-beach</id><content type="html" xml:base="https://dominicgrzbielok.de/der-soldat-james-ryan-der-gute-mensch-von-omaha-beach/"><![CDATA[<p><em>Diese Filmkritik zu Der Soldat James Ryan erschien im November 1998 auf indonet.de. Für mein Archiv habe ich sie hier neu publiziert. </em></p>

<p>Vietnam - für viele Amerikaner war der Dschungelkrieg der erste dunkle Fleck auf der weißen Weste ihrer Nation. Gut und Böse, Weiß und Schwarz, wurden dort zu einem großen grauen Gewirr. Anders der zweite Weltkrieg: Gegen die Deutschen, die Unterjocher und Besatzer, traten die Alliierten an, strahlende Helden und Befreier. Schwarz versus Weiß.</p>

<p>Umso erstaunlicher ist es, daß Spielberg in seinem Der Soldat James Ryan eben nicht der Versuchung erliegt, patriotischer Heldenverzückung zu frönen. Amerikanische Soldaten sind hier nicht bloß strahlende Helden, sie haben auch Schattenseiten. Selbst Tom Hanks, der All-American Mr. Nice Guy, ist kein reiner Sympathieträger, hat er doch mit seiner Rolle des Captain John Miller Mut bewiesen. Denn der greift nicht ein, als seine Einheit deutsche Kriegsgefangene hinrichtet.</p>

<p>Dieser Captain ist nicht Gump, nicht ein aidskranker Anwalt, nein, dieser Captain ist ein anderer Hanks. Und mit dieser Besetzung gegen den Strich beweist auch Spielberg Mut, ist doch Tom Hanks die Verkörperung des amerikanischen Traumes in den Neunzigern. Mit diesem Damenopfer versucht er sehr zögerlich die Filmintention, die Warnung vor dem seelenfressenden Krieg, aufrechtzuerhalten. Doch es klappt nicht, Millers Gedanken verraten letztlich ihn - und seine Plotfunktion: Mit jedem, den ich umbringe, entferne ich mich ein Stück mehr von Zuhause. So denkt nun mal kein Hollywood-Bösewicht. So denken Helden.Und er soll ja auch die Story tragen, die Spielberg erzählen will. Erzählen, Spielbergs Stärke, wird zu seinem Problem, denn er kann sich nicht weit genug von der personalen Erzählweise lösen. Anders als Kubrick in Full Metal Jacket legt er nicht Wert darauf, die Enthemmung und Entmenschlichung zu zeigen, die der Krieg hervorruft. Obwohl der Krieg diskriminierungsfrei jeden trifft, behilft sich Spielberg damit, eine kleine, politisch korrekt besetzte Gruppe unterschiedlicher Charaktere herauszugreifen, um an ihren - fiktiven - Lebensläufen seine Story zu erzählen.</p>

<p>Wer ist überhaupt Der Soldat James Ryan? Ein bloßer Namensgeber, bleibt Matt Damon doch blaß. Vielmehr macht die Suche einer Spezialeinheit nach ihm, der seine drei Brüder im Gefecht verloren hat und deswegen nach Hause zurückkehren darf, den Film aus. Und an dieser Suche mußte auch ein Spielberg scheitern, diese Suche irgendwo in der kriegsvernarbten Normandie läßt sich nicht spannend erzählen.</p>

<p>Und das schmerzt, angesichts einer ersten halben Stunde, die den Zuschauer dem Kugelhagel bei der Landung der alliierten Truppen in Omaha Beach aussetzt, ihn verwundet, ihn unter Wasser drückt, ihn erschaudern läßt, kurzum, in der Spielberg die Emotionen der Zuschauer packt. Doch leider lockert sich der Griff bald, der Rest des Films gleitet ab ins Konventionelle, führt zum Déjà-vu. Wirkt der Showdown, dem noch eine unglaublich pathetische Klammer nachfolgt, doch wie aus einem Ford-Film geklaut. Allerdings sieht der Zuschauer immer noch lieber einen streckenweise scheiternden Spielberg als eine halbwegs gelungene deutsche Komödie à la Stadtgespräch…</p>]]></content><author><name></name></author><category term="filmkritik" /><category term="indonet" /><summary type="html"><![CDATA[Diese Filmkritik zu Der Soldat James Ryan erschien im November 1998 auf indonet.de. Für mein Archiv habe ich sie hier neu publiziert. ]]></summary></entry><entry><title type="html">Rush Hour: My Dei Di Long Action Film</title><link href="https://dominicgrzbielok.de/rush-hour-my-dei-di-long-action-film/" rel="alternate" type="text/html" title="Rush Hour: My Dei Di Long Action Film" /><published>2022-01-14T10:51:57+00:00</published><updated>2022-01-14T10:51:57+00:00</updated><id>https://dominicgrzbielok.de/rush-hour-my-dei-di-long-action-film</id><content type="html" xml:base="https://dominicgrzbielok.de/rush-hour-my-dei-di-long-action-film/"><![CDATA[<p><em>Diese Filmkritik zu Rush Hour erschien im März 1999 auf indonet.de. Für mein Archiv habe ich sie hier neu publiziert. </em></p>

<p>Abgegrast ist das Genre ja schon. Schwarzenegger, Stallone - all sie hat es verschlissen: der durchschnittliche Actionfilm als Starvehikel. Jüngste Urständ feierte es zwar noch einmal mit Lethal Weapon 4, aber Mel Gibson und Danny Glover fehlt es auch nicht an der nötigen Selbstironie.Wenn ein talentierter Stand-Up-Comedian (Chris Tucker) sich jetzt mit Jackie Chan zusammentut, einen neuen Anlauf zu starten, steht daher einiges zu erwarten. Noch dazu ist der Streifen ein Kassenerfolg in den USA. Nur warum?</p>

<p>Seit Monaten wurde getrailert für diesen Film. Mindestens zwanzig Mal, so kommt es vor, hat man den Spot schon gesehen. Mitsprechen könnte man ihn beinahe. Schon da hatte man das Gefühl, die besten Szenen bereits gesehen zu haben. Warum also noch eine Karte kaufen?</p>

<p>Ein chinesischer Diplomat wird von Hongkong nach Los Angeles versetzt. Eine große Ausstellung, die er mitorganisiert hat, soll er eröffnen, eine Retrospektive von 5000 Jahren Kulturgeschichte. Doch ein chinesisches Syndikat hat noch eine Rechnung mit ihm offen - denn die Leihgaben hat er den Schurken abgenommen, als sie die Pretiosen außer Landes bringen wollten.</p>

<p>Seine kleine süße Tochter wird gekidnappt, das Lösegeld soll 50 Millionen Dollar betragen. Das FBI übernimmt den Fall, doch der Vater besteht auf der Mitarbeit eines früheren Mitarbeiters, eben Mr. Kungfu-Fighting, Jackie Chan.</p>

<p>Schon bald mischt er Agenten und Unterweltler auf, knapp hinter ihm immer das Kindermädchen, das das FBI für ihn abgestellt hat: Schnellplapperer Chris Tucker. Eine Mischung von Eddie Murphy und einem B-Movie-Will Smith. Aber engagiert. Da platzt dann schon mal eine Geldübergabe, wird ein Informantengespräch bloß simuliert, das Leben von Kollegen riskiert, die Coolness immer fest im Blick.</p>

<p>Dieser Inspektor Gadget löst aber - mit seinem Kollegen aus Hongkong, der sein Freund wird, klar - am Ende, wie überraschend, den größten Fall seiner Laufbahn, und kriegt, ach ja, einen Job beim FBI angeboten. Den schlägt er aus - und das sollte auch der Kinogänger mit diesem Streifen tun. Warum eine Karte kaufen? Selbst den verstreuten Kampfszenen mit dem quirligen Chan, der seinem US-Kollegen die Schau stiehlt, fehlt der Reiz. Schuld daran ist Chan selbst - er hat das Publikum mit immer neuen, immer gewagteren Tricks verwöhnt. Und an diese - hohen - Erwartungen kommt er nicht ran.</p>

<p>Auf den Punkt bringt es dabei der Film selbst: “Ich bin kein Müllschlucker!” wehrt sich ein chinesischer Koch gegen Tuckers Wunsch nach Cheeseburger und Pommes. Gut gebrüllt, Buddha. Denn Rush Hour ist zähe Actionware, jeder Gag braucht minutenlange Setups, es ist nicht mal knalliges Popcorn-Kino. Warum also eine Karte kaufen? Wer will schon Müllschlucker sein?</p>]]></content><author><name></name></author><category term="filmkritik" /><category term="indonet" /><summary type="html"><![CDATA[Diese Filmkritik zu Rush Hour erschien im März 1999 auf indonet.de. Für mein Archiv habe ich sie hier neu publiziert. ]]></summary></entry><entry><title type="html">Der Regenmacher: Held unter Haien</title><link href="https://dominicgrzbielok.de/der-regenmacher-held-unter-haien/" rel="alternate" type="text/html" title="Der Regenmacher: Held unter Haien" /><published>2022-01-14T10:49:35+00:00</published><updated>2022-01-14T10:49:35+00:00</updated><id>https://dominicgrzbielok.de/der-regenmacher-held-unter-haien</id><content type="html" xml:base="https://dominicgrzbielok.de/der-regenmacher-held-unter-haien/"><![CDATA[<p><em>Diese Filmkritik zu Der Regenmacher erschien im Mai 1998 auf indonet.de. Für mein Archiv habe ich sie hier neu publiziert. </em></p>

<p>Grisham-Filme sind inzwischen ein eigenes Hollywood-Subgenre. Sagt Francis Ford Coppola, Meisterregisseur und Schöpfer des Paten. Scheinbar glauben die Studiobosse, daß die seichten Justizdramen über junge, hoffnungsvolle Anwälte sich auch für die Leinwand eignen. Daß die Romane auf dem Buchmarkt unglaublichen Erfolg hatten, ist unbestritten - wenn das Feuilleton sie auch stets verrissen hat.</p>

<p>Die bisherigen Verfilmungen der feuchten Träume des Juristenliebhabers und verhinderten Anwalts waren jedoch allesamt keine besonderen Kracher. Da erwartet man einiges mehr, wenn sich ein anerkannter Großfilmemacher eines solchen Stoffes annimmt. Die erste halbe oder sogar ganze Stunde vergeht dann aber, ohne daß der Film zu fesseln vermag, aber das kennt man auch von den Büchern.</p>

<p>Ein weiteres Problem der Vorlage konnte auch der alte Mann des Rebellenkinos der Siebziger Jahre nicht ausbügeln: Die drei Erzählstränge lassen sich nicht unbedingt leicht miteinander verknüpfen. Da ist zunächst die Liebesgeschichte zwischen dem obligatorischen, unkorrumpierbaren Junganwalt Rudy Baylor (gespielt von Hollywoods neuestem Wunderkind Matt Damon) und der unter ihrem prügelnden Ehemann leidenden Kelly Riker (Claire Danes, die Julia aus Romeo und Julia). Dann ist da noch der Fall der alten Rentnerin, die ihr Testament aufsetzen will, und bei der Rudy aus Geldmangel einzieht. Die Hauptstory ist aber der Prozeß der armen Familie Black gegen eine superreiche Versicherungsgesellschaft, die sich trotz der abgeschlossenen Police geweigert hatte, die Kosten für die lebensnotwendige Knochenmarkstransplantation des einzigen Sohnes zu übernehmen, einfach weil die Unternehmensphilosophie lautet: Alle Ansprüche werden kategorisch abgewiesen. Beim zweiten Antrag wird erst geprüft…</p>

<p>Da wird wieder einmal der Anwalt zum Beschützer der Entrechteten - und kämpft dabei gegen Feinde und andere Anwaltshaie, die weit besser bewaffnet sind als er. Im Grunde hätte er keine Chance. Wenn nicht die Gerechtigkeit auf seiner Seite wäre. Natürlich sind die Gegner widerlich, seine Mandanten eine schrullige, aber liebenswerte Familie, und der Richter ist im Grunde auch auf seiner Seite. Es ist einfach alles zu klar schwarz und weiß - wenn da nicht die Kanzlei wäre, in der der aufstrebende Rudy anfängt: ein fragwürdiges Hinterhofunternehmen, dessen schmieriger Chef (Mickey Rourke) auch schon bald vom FBI hochgenommen wird.</p>

<p>Aber das ist auch der einzige Kratzer in der Geschichte. Der heldenhafte Anwalt, als Kind von seinem Vater verprügelt, betätigt sich als Beschützer einer verprügelten Ehefrau, als Ersatzenkel einer alten, einsamen Frau, als Hoffnungsschimmer für eine vom Schicksal gezeichnete Familie. Und am Schluß schwört er dem Anwaltberuf ganz ab, da ihn das alltägliche Business zu sehr anwidert.</p>

<p>Wenn doch alle Anwälte so wären…</p>]]></content><author><name></name></author><category term="filmkritik" /><category term="indonet" /><summary type="html"><![CDATA[Diese Filmkritik zu Der Regenmacher erschien im Mai 1998 auf indonet.de. Für mein Archiv habe ich sie hier neu publiziert. ]]></summary></entry><entry><title type="html">Der Prinz von Ägypten: Go down, Moses!</title><link href="https://dominicgrzbielok.de/der-prinz-von-aegypten-go-down-moses/" rel="alternate" type="text/html" title="Der Prinz von Ägypten: Go down, Moses!" /><published>2022-01-14T10:48:35+00:00</published><updated>2022-01-14T10:48:35+00:00</updated><id>https://dominicgrzbielok.de/der-prinz-von-aegypten-go-down-moses</id><content type="html" xml:base="https://dominicgrzbielok.de/der-prinz-von-aegypten-go-down-moses/"><![CDATA[<p><em>Diese Filmkritik zu Der Prinz von Ägypten erschien im Januar 1999 auf indonet.de. Für mein Archiv habe ich sie hier neu publiziert. </em></p>

<p>Hybris nennt sich das wohl, Geschichten aus der Bibel verfilmen zu wollen. Denn nicht immer entstehen dabei solche Klassiker wie Die Zehn Gebote mit Charlton Heston. So sind die Kirch-Verfilmungen der Schrift wohl bestenfalls als Handwerk anzusehen. Einen neuen Versuch unternimmt jetzt das Dreamworks-Studio mit Der Prinz von Ägypten.Und diese Geschichte lag Jeffrey Katzenberg, Mit-Gründer des neuen Hollywood-Giganten, ganz besonders am Herzen. Seinen Mitstreitern - Steven Spielberg und David Geffen - wollte es der Studioboss jedenfalls mit dem Prinzen beweisen: “Das ist das, was ich zu Dreamworks beitragen kann!” Gut gebrüllt, Jeffrey!</p>

<p>Eines ist klar: Wird auch Der Prinz von Ägypten ein Kassenschlager, wird in Zukunft mit dem Genre Zeichentrickfilm nciht mehr automatisch Disney verknüpft werden. Zu heftig ist die Konkurrenz geworden.</p>

<p>Die Frau des ägyptischen Pharaos Sethos fischt aus dem Nil ein kleines Schilfkörbchen. Darin schlummert ein kleiner Junge, den sie Moses tauft. Mit seinem Halbbruder Ramses, der eines Tages seinem Vater auf den Thron von Ober- und Unterägypten nachfolgen wird, wächst er Seit an Seit auf. Die beiden werden ein unzertrennliches Gespann. Bei einem Ausflug aus dem elterlichen Palast begegnet er des Nachts auf den Straßen von Memphis seinen wahren Eltern, Miriam und Aaron. Sie lüften das Geheimnis seiner Herkunft: Er war einst im Schilfgras ausgesetzt worden, damit er überlebte. Befahl der Mann, den Moses lange Zeit Vater nannte, doch seinen Soldaten, den Erstgeborenen einer jeden israelitischen Familie zu töten, um ein Symbol seiner Herrschaft zu setzen. Die Israeliten waren ihm schlicht zu zahlreich geworden.</p>

<p>Ungläubig verweigert er sich der Wahrheit - und ist doch nicht mehr derselbe. Eine grausige Vision packt ihn: Die Figuren auf den Tempelwänden und -säulen erwachen zum Leben, sie erzählen von dem Massaker, das sein Vater einst an den geknechteten Sklaven des Volkes Israel beging. Kleine Zuschauer dürfte diese Traumsequenz verstören, größere dürfte sie für die volle visuelle Opulenz dieses Films einnehmen. Denn er hat nichts - außer den unvermeidlichen Songs - von der schwülstigen rosa Disney-Welt.</p>

<p>Nach einer Auszeit in der Wüste stellt sich Moses seiner Berufung: Er führt das Volk seines Gottes aus der Sklaverei. Doch sein Halbbruder Ramses, der ihrem Vater inzwischen auf den Thron nachgefolgt ist, gibt die billigen Arbeitskräfte so schnell nicht verloren. Seine Streitmacht sendet er in den Kampf gegen die unbewaffneten Israeliten. Doch Gott, der sowohl als brennender Dornbusch als auch als Feuersäule daherkommt, läßt Moses das Rote Meer teilen.</p>

<p>Maßstäbe setzen wollte man mit diesem Film. Abgesehen von ein paar Highlights ist aber nur ein ordentlicher produzierter Zeichentrickfilm herausgekommen. Disney kann froh sein, das Genre wurde nicht revolutioniert. Zu eng war das Skelett, das die politische Korrektheit dem biblischen Stoff anlegte. Eine Schar religiöser Berater nahm den Stoff als genehm ab. Wirklich ein Qualitätssiegel für ein künstlerisches Werk?</p>]]></content><author><name></name></author><category term="filmkritik" /><category term="indonet" /><summary type="html"><![CDATA[Diese Filmkritik zu Der Prinz von Ägypten erschien im Januar 1999 auf indonet.de. Für mein Archiv habe ich sie hier neu publiziert. ]]></summary></entry><entry><title type="html">Nix zu verlieren: Falscher Typ, falscher Tag</title><link href="https://dominicgrzbielok.de/nix-zu-verlieren-falscher-typ-falscher-tag/" rel="alternate" type="text/html" title="Nix zu verlieren: Falscher Typ, falscher Tag" /><published>2022-01-14T10:47:38+00:00</published><updated>2022-01-14T10:47:38+00:00</updated><id>https://dominicgrzbielok.de/nix-zu-verlieren-falscher-typ-falscher-tag</id><content type="html" xml:base="https://dominicgrzbielok.de/nix-zu-verlieren-falscher-typ-falscher-tag/"><![CDATA[<p><em>Diese Filmkritik zu Nix zu verlieren erschien im November 1997 auf indonet.de. Für mein Archiv habe ich sie hier neu publiziert. </em></p>

<p>Was macht ein arbeitsloser Ingenieur, um seine Familie über Wasser zu halten? Er versucht sich als Kleinkrimineller. Als T. Paul (Martin Lawrence) jedoch den Werbemanager Nick Beam (Tim Robbins) überfallen will, hat seine Glückssträhne ein abruptes Ende. Denn dieser hat sowieso die Nase voll - hat er doch gerade seine Frau in flagranti mit seinem Boss erwischt. So verwischen die Grenzen zwischen Täter und Opfer - und eine Freundschaft beginnt. Aufeinander angewiesen, geht diese Schicksalsgemeinschaftvon schwarz und weiß zusammen durch dick und dünn.</p>

<p>Eine Actionkomödie ohne übertriebene Action-Sequenzen - so etwas gibt es auch noch. Der Spaß wird nur ein wenig von der Heile-Welt-Atmosphäre getrübt, auch wenn man die von Disney-Filmen inzwischen gewohnt ist. Grundlage sind solche amerikanischen Wahrheiten wie: “Durch harte Arbeit kommt nach oben!” oder “Nur in der Familie kann man richtig glücklich sein”. Doch glücklicherweise hat man auch im Magic Kingdom erkannt, daß wir in den Neunzigern leben. Denn der arbeitslose Familienvater bekommt wegen seiner Hautfarbe keinen Job. So sieht Rassismus eben heute aus. Aber was wäre ein Disney-Film schon ohne ein Happy-End…</p>

<p>Martin Lawrence has done it again! Nach der Actionkomödie Bad Boys stellt er sein komödiantisches Geschick erneut unter Beweis. Zwar verläuft seine Karriere nicht so rasant wie die seines Kollegen Will Smith, dennoch hat er seit der Actionkomödie aus dem Jahre 1995 viel Erfolg gehabt. Seine Sitcom “Martin” läuft in den USA mit großem Erfolg. Auch Tim Robbins glänzt als melancholischer Yuppie, der sich an seinem Chef rächen will. Der Regisseur von Dead Man Walking zeigt, daß er als Schauspieler auch in leichteren Filmen zu überzeugen weiß.</p>]]></content><author><name></name></author><category term="filmkritik" /><category term="indonet" /><summary type="html"><![CDATA[Diese Filmkritik zu Nix zu verlieren erschien im November 1997 auf indonet.de. Für mein Archiv habe ich sie hier neu publiziert. ]]></summary></entry><entry><title type="html">Die Musterknaben: Wärt Ihr doch in Düsseldorf geblieben…</title><link href="https://dominicgrzbielok.de/die-musterknaben-waert-ihr-doch-in-duesseldorf-geblieben/" rel="alternate" type="text/html" title="Die Musterknaben: Wärt Ihr doch in Düsseldorf geblieben…" /><published>2022-01-14T10:46:35+00:00</published><updated>2022-01-14T10:46:35+00:00</updated><id>https://dominicgrzbielok.de/die-musterknaben-waert-ihr-doch-in-duesseldorf-geblieben</id><content type="html" xml:base="https://dominicgrzbielok.de/die-musterknaben-waert-ihr-doch-in-duesseldorf-geblieben/"><![CDATA[<p><em>Diese Filmkritik zu Die Musterknaben erschien im März 1998 auf indonet.de. Für mein Archiv habe ich sie hier neu publiziert. </em></p>

<p>Zwei Kölner Schmuddel-Bullen bekommen den Auftrag, zusammen mit Kollegen vom Düsseldorfer Landeskriminalamt eine Wohnung zu observieren. Die beiden werden dabei aber zur Nachtschicht verdonnert, denn dafür sind sich die Edel-Kriminaler aus der Landeshauptstadt zu schade. Die pausenlose Videoüberwachung scheint zunächst bezahlter Urlaub zu werden, entpuppt sich aber bald als der größte Fall ihrer Laufbahn. Doch den lösen die beiden eher aus Versehen. Denn Docker (Jürgen Tarrach), der etwas korpulente Polizist, der gern auf dem Balkon grillt, hat anderes im Kopf: die Bardame Wanda - genau, wie der Fisch.</p>

<p>Das Turteln führt zu Ermittlungspannen. Bei ihrem ersten Treffen erzählt der Tolpatsch ihr von seinem Observierungsauftrag. Zufälligerweise kennt die blonde Holländerin aber die Bewohner und alarmiert diese per Telefon. Da kommt die Technik ins Spiel. Denn den Anruf zeichnet der Anrufbeantworter auf - und die Überwachungstechnikfür den akustischen Lauschangriff. Dieses Mißgeschick soll den Kollegen vom LKA aber verborgen bleiben. Doch das ist gar nicht so leicht. Denn wie kommt man ungesehen ins Haus, um die Nachrichten zu löschen? Schließlich überwachen die Polizisten das Haus auch per Kamera…</p>

<p>Videoclips sind die Kunstform des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Auch Hollywood bedient sich ihrer Bildsprache (Romeo und Julia). Aus ihnen einen Film zu machen, ist aber unmöglich. Dies haben die Autoren, Ralf Huettner und Dominic Raacke, aber versucht. Vorlage war das Beastie Boys-Video “Sabotage”. So werden aus den 70er-Jahre-Trash-Cops aus dem Video zwei abgehalfterte Jung-Polizisten aus NRW. Und genau da ist der Bruch. Köln-Porz fehlt einfach der nötige Kino-Glamour. Da nützen auch die Second-Hand-Klamotten der vertrottelten Partner nichts. Alles Schwitzen in Nylon- und Polyester-Hemden ist vergeblich. Auch der HipHop-Soundtrack von den Coolen Säuen aus Köln hilft dem Film nicht auf die Beine.</p>

<p>Denn er ist deutsch und deshalb eben nicht unbedingt cool. Das war schon bei dem bemüht lässigen ZDF-Mehrteiler “Um die Dreißig” der Fall. Auch den haben die beiden Drehbuchautoren dieses Streifens verbrochen. Und das Grundübel bleibt: Eigentlich für das Fernsehen als Pilot einer Krimireihe gedreht, finden sich “Die Musterknaben” plötzlich im Kino wieder. Der Grund: Das Publikum des Münchener Filmfests im letzten Sommer mochte den etwas anderen Krimi offenbar so sehr, daß sich das ZDF entschloß, den Film nicht gleich zu versenden, sondern ihn im Kino laufen zu lassen, so wie man das schon mit Stadtgespräch gemacht hatte. Der bisherige Erfolg hat die Programm-Macher so überzeugt, daß der zweite Teil schon produziert wird - hoffentlich fürs Fernsehen. Denn nicht jede überdurchschnittliche Pantoffelkistenproduktion gehört auch auf die große Leinwand…</p>]]></content><author><name></name></author><category term="filmkritik" /><category term="indonet" /><summary type="html"><![CDATA[Diese Filmkritik zu Die Musterknaben erschien im März 1998 auf indonet.de. Für mein Archiv habe ich sie hier neu publiziert. ]]></summary></entry><entry><title type="html">Mulan: Wenn die Tochter für den Vater…</title><link href="https://dominicgrzbielok.de/mulan-wenn-die-tochter-fuer-den-vater/" rel="alternate" type="text/html" title="Mulan: Wenn die Tochter für den Vater…" /><published>2022-01-14T10:08:20+00:00</published><updated>2022-01-14T10:08:20+00:00</updated><id>https://dominicgrzbielok.de/mulan-wenn-die-tochter-fuer-den-vater</id><content type="html" xml:base="https://dominicgrzbielok.de/mulan-wenn-die-tochter-fuer-den-vater/"><![CDATA[<p><em>Diese Filmkritik zu Mulan erschien im Januar 1999 auf indonet.de. Für mein Archiv habe ich sie hier neu publiziert. </em></p>

<p>So ein Mann, so ein Mann, zieht uns unwahrscheinlich an, dieser Wuchs, diese Kraft, weckt in uns die Leidenschaft… Den Jahrzehnte alten Schlager kennt jeder. Einige Jahrtausende weiter zurück reicht die chinesische Legende von der Hua Mulan, die Disney im 36. abendfüllenden Spielfilm des Hauses aufgegriffen hat.Neue Märkte erschließen, Käuferschichten anpeilen, strategisch positionieren - das sind in der Ära der Globalisierung auch für Wirtschaftslaien keine Fremdwörter mehr. Viele Unternehmen tun es (DaimlerChrysler), Parteien tun es (Die neue Mitte), warum sollen also nicht auch Hollywood-Studios dies tun? Wartet doch ein weiter Markt in China auf seine Erschließung.</p>

<p>Disney hat dies erkannt und einen alten chinesischen Mythos - den von der Hua (d.h. Frau) Mulan - aufgegriffen und typisch disney-ish umgesetzt. Und im Magic Kingdom sitzen Profis, die noch jeden Stoff massentauglich aufbereitet haben. Massentauglich, das heißt in erster Linie familientauglich. Denn wenn auch die Eltern mit den lieben Kleinen ins Kino gehen, erhöhen sich die Einnahmen ganz beträchtlich… Nicht umsonst herrschte im Dezember an der Kinokasse nur ein Film: Eben Mulan.</p>

<p>China steckt im Krieg. Die Hunnen unter der Führung von Shan-Yu, einem abtrünnigen Militär, haben die nördliche Reichsgrenze - die Große Mauer - überschritten, Ziel ihres Angriffs die Verbotene Stadt und die Absetzung des Kaisers. Die treuesten Truppen hat der Kaiser ausgesandt, das asiatische Riesenreich zu verteidigen. Doch die Streitmacht wird vernichtend geschlagen. Alle Soldaten sind tot. Alle? Nein, ein kleines Häufchen aufrechter und wackerer Krieger hat den Kampf gegen die graugetünchten Hunnen noch nicht aufgegeben. Ihr Kommandant Shang verfügt über eine Wunderwaffe, die das Anrennen der tumben Hunnen mit einem Handstreich stoppt: Mulan nämlich.</p>

<p>Die tapfere Kriegerin hat vorher mit einem Grundproblem des Militärs zu kämpfen: als Frau kommt frau da nicht rein. Schnippschnapp, Haare ab, Brust rein,.Schwert raus: Mulan zieht für ihren kranken Vater in den Krieg, um ihn vor dem sicheren Tod zu bewahren. Hartes Training im Militär-Camp bringt ihr nach einigen Mühen auch den Respekt ihrer Kameraden ein. Auch Shang findet Gefallen an ihr - als Soldat. In die andere Richtung sind Mulans Gefühle da zunächst erheblich stärker. Doch eine Gefahr - wie der Angriff der Hunnen - wäre bei Disneys keine Gefahr, gäbe es nicht auch eine Lösung. Und Mulans taktische Meisterleistung tritt eine Lawine los…</p>

<p>Einen weisen Rat gibt der chinesische Kaiser dem Leutnant, an den Mulan ihr Herz verloren hat, nachder Ordensverleihung noch auf den Weg: “Nimm sie, so eine wie sie findest Du nicht in jeder Dynastie!”</p>

<p>So einen Film allerdings jedes Jahr zur Weihnachtszeit… Das macht auch das Spiel mit den Geschlechterrollen nicht wett, daß der Zeichentrickriese diesmal wagt. Denn alles ist wieder dabei, was man von Disney kennt: ein tapferer Held, ein weiser Großvater, ein vorlauter Sidekick, den im Original Eddie Murphy die Stimme lieh, und ein paar zuckersüße Songs. Geht es nicht anders?</p>]]></content><author><name></name></author><category term="filmkritik" /><category term="indonet" /><summary type="html"><![CDATA[Diese Filmkritik zu Mulan erschien im Januar 1999 auf indonet.de. Für mein Archiv habe ich sie hier neu publiziert. ]]></summary></entry></feed>