American Werwolf in Paris: Drei Amerikaner in Paris

Diese Filmkritik zu American Werwolf in Paris (Anthony Waller) erschien im Januar 1998 auf indonet.de. Für mein Archiv habe ich sie hier neu publiziert: 

Schon wieder kommt eine als Horrorfilm getarnte Komödie in die Kinos. Der Fortsetzung des Klassikers American Werwolf in London wird aber der kommerzielle Erfolg von Scream versagt bleiben. Denn der Film ist einfach zu schlecht.

Drei amerikanische College-Kids fahren nach Paris – nicht nur der schönen Stadt wegen. Andy (Tom Everett Scott) will nämlich am Bungee-Seil vom Eiffelturm springen. Bei dieser Mutprobe gelingt es ihm, eine Französin (Julie Delpy) vor dem sicheren Tod zu retten. Kaum wacht der Held im Krankenhaus auf, kann er nur noch an die geheimnisvolle Selbstmörderin denken und macht sich mit seinen Freunden auf die Suche nach ihr. Als er sie findet, sollte das Blut auf ihrem Kittel ihm eigentlich Warnung genug sein. Doch er gibt nicht auf und kommt schließlich zu einem Date, das den Zuschauer dann in eine Slapstickkomödie versetzt – mit gelegentlichen Werwolfeinlagen.

Der Film tänzelt auf dem schmalen Grat zwischen Schrecken und Klamauk – und stürzt ab. Es kommt zu einer Achterbahn der Gefühle: Wo gerade noch gelacht wird, treiben nur wenig später schlecht animierte Werwölfe ihr Unwesen. Gerade die Tricksequenzen sorgen aber für ungewollte Heiterkeit. Im Zeitalter der Terminatoren und Aliens können diese Wölfe wohl nur noch Rotkäppchen Angst einjagen. Auch die Schauspieler hangeln sich im dürren Skript nur von Pointe zu Pointe. Da bleibt zu hoffen, daß auch die Schauspieler diesen Film als einmaligen Ausrutscher betrachten und sich nur wenige Zuschauer finden. „American Werwolf in Paris“ ist schon jetzt einer der schlechtesten Filme des Kinojahres 1998!

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